Drogen-ABC

Drogenabhängigkeit kann in unterschiedlichen Formen auftreten. Üblicherweise wird unterschieden in:

eine psychische Abhängigkeit
eine physische Abhängigkeit

Diese treten entweder gemeinsam oder einzeln auf. Kennzeichen jeder Art von Abhängigkeit ist, dass sich der Betroffene nur schwer oder gar nicht aus eigener Kraft von ihr lösen kann.

Psychische Abhängigkeit bedeutet, dass der Lustgewinn, die Beruhigung, die Leistungssteigerung usw., welche durch den Drogenkonsum erzielt wird, als so angenehm und unersetzlich empfunden wird, dass man bestrebt ist, sich dieses Erlebnis möglichst oft zu verschaffen und dass man nicht in der Lage ist, genügend Willenskraft aufzubringen, um darauf zu verzichten.

Als physische Abhängigkeit werden das Auftreten von Entzugs- oder Abstinenzerscheinungen bezeichnet, die für Menschen so unerträglich (manchmal sogar lebensbedrohlich) sein können, dass deshalb auf einen fortwährenden Konsum der Droge nicht mehr verzichtet werden kann. Siehe auch unter Entzugserscheinungen.

Formen
Amphetamin gibt es als weißes, kristallartiges Pulver, als Dragees, Tabletten, Gelatinekapseln oder in Flüssigkeit gelöst und wird aus chemischen Grundstoffen rein synthetisch hergestellt.

Anwendung
Es wird meistens geschnupft, geschluckt oder gespritzt.

Wirkung
Je nach chemischer Zusammensetzung aufputschend („Wachmacher-Droge“ wie Speed), halluzinogen oder euphorisierend.

Akute Gefahren
Die Wirkung ist oft nicht vorhersehbar, da die Zusammensetzung ständig variieren kann. Ansonsten siehe Ecstasy, oft ist die Wirkung potenziert und unberechenbarer.

Langzeitfolgen

Oft treten bei Dauerkonsum auf:
• Anfälligkeiten für Infektionen
• Schädigung von Herz und Gehirn
• extreme Schlafstörungen
• psychotische Zustände
• Realitätsverlust
• Impotenz

Abhängigkeit
Psychische (d. h. „seelische“) Abhängigkeit (oft mit schweren Depressionen), keine körperliche Abhängigkeit.

Hinweis
Amphetamin, in der Drogenszene häufig als „Speed“ bezeichnet, ist in Deutschland neben Haschisch wahrscheinlich das am häufigsten missbrauchte Suchtmittel.

„Bio-Drogen“, auch „natürliche Drogen“ oder „Öko-Drogen“ genannt, umfassen eine ganze Reihe von verschiedenen Substanzen, wie z. B. psychedelische Pilze, Engelstrompete, Muskatnuss, Stechapfel, Tollkirsche. Gemeinsam ist diesen Drogen ihre Extraktion aus Pflanzen, ihre überwiegend halluzinogene Wirkung, die oft kürzer dauernde Wirkung im Gegensatz zu chemisch hergestellten Halluzinogenen und – vorläufig noch – ihre Legalität.

Bio-Drogen sind meist billig und haben den Ruf harmlos zu sein. Doch Wirkstoffe wie Atropin und Scopolamin in den Nachtschattengewächsen können extrem giftig sein, da es sich um Naturprodukte handelt, bei denen vorher nicht bekannt ist, wie viel wirksamen Stoff sie enthalten.

So kann es passieren, dass statt der gewünschten Rauscheffekte schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen auftreten. Die Wirkung hängt zudem von der Persönlichkeitsstruktur der Konsumenten ab und ist von daher nicht berechenbar.

Formen
Marihuana: getrocknete und geschnittene Blätter und Blüten des Indischen Hanfs.
Haschisch: Harz der Hanfpflanze

Anwendung
Marihuana: wird meist geraucht; seltener als Tee getrunken oder gegessen („Haschischkekse“).
Haschisch: wird meist pur oder vermischt mit Tabak geraucht.

Wirkung
Die Sinneswahrnehmungen – vor allem die optischen und akustischen – werden intensiviert. Es können Halluzinationen auftreten, das Redebedürfnis und die Kontaktfreudigkeit gesteigert sowie das Raum- und Zeitgefühl verändert werden. Die Wirkung ist individuell verschieden, sie kann von der psychischen Stimmung und dem sozialen Umfeld abhängig sein.
Bei Erstkonsum häufig keine Wirkung.

Akute Gefahren

Es können eintreten:
• Verkehrsuntüchtigkeit
• Sinnestäuschungen

Eher selten treten ein:
• erhöhte Risikobereitschaft
• Angst- und Panikzustände
• „Flash back“-Phänomene (nachträgliche Rauschzustände ohne vorherigen Konsum)

Langzeitfolgen

Durch Dauerkonsum können eintreten:
• reduzierter Leistungsbereitschaft, Antriebs- und/oder Lustlosigkeit, motivationslos
• Seelische Entwicklungsstörungen bis hin zur Auslösung von Psychosen und Depressionen
• Durch das Rauchen erhöhtes Risiko von Lungenschäden

Abhängigkeit

Unter Umständen psychische (d. h. „seelische“) Abhängigkeit, bei hartem Konsummuster können beim Absetzen körperliche Symptome wie Schlaflosigkeit, Müdigkeit, Schwitzen auftreten.

Hinweis
Die Zahl derer, die Cannabisprodukte im medizinischen Bereich als hilfreich ansehen, wächst. Die Befürworter sehen Behandlungsmöglichkeiten bei Aids-Kranken (Linderung von Appetitlosigkeit und Auszehrung), Krebspatienten (Linderung der Nebenwirkungen bei einer Chemotherapie) sowie bei Depressionen, spastischen Anfällen und Multipler Sklerose.

Formen
Derivat (d. h. chemische Verbindung, die aus einer anderen entstanden ist) des Kokains, meistens gelblich-weiße Brocken.

Anwendung
Geraucht oder inhaliert

Wirkung
Sehr intensiver Kurzzeitrausch, stark euphorischer Rauschzustand

Akute Gefahren
Vergleichbar mit Kokain, jedoch deutlich stärker.

Langzeitfolgen
• Durch das Rauchen Lungenschäden
• Zusammenbruch des Atmungssystems
• Schädigungen des Gehirns
• Paranoide und schizophrenieähnliche Zustände

Abhängigkeit
Erzeugt intensive psychische (d. h. „seelische“) Abhängigkeit

Formen
Crystal bzw. Methamphetamin ist ein synthetisch hergestelltes Psychostimulans auf Amphetamin-Basis. Meist ist es wie Amphetamin als weißes, kristallartiges Pulver erhältlich, teilweise aber auch in Form von Kapseln. Weitere Bezeichnungen sind beispielsweise Crystal-Meth, Crystal-Speed, Ice, Glass oder Pervitin.

Anwendung
Crystal kann geschnupft, geraucht, gespritzt und geschluckt werden.

Wirkung
• Aufputschend und euphorisierend, enthemmend und luststeigernd
• Übersteigertes Selbstbewusstsein, erhöhte Kontaktbereitschaft
• Erhöhte Risikobereitschaft, Größenwahn
• Unterdrückung von Hunger, Durst, Müdigkeit und Schmerzempfinden
• Rededrang, Bewegungsdrang, Zähneknirschen
• Erhöhte Körpertemperatur, Puls und Blutdruck, Schwitzen

Akute Gefahren
Erhöhtes Wirkpotential im Vergleich zu herkömmlichen Amphetamin. Somit erhöhte Gefahr der Überdosierung und erhöhtes Abhängigkeitspotential. Durch schnelle körperliche Gewöhnung kommt es schnell zur Dosiserhöhung.

Langzeitfolgen
• Kreislaufstörungen, Schwächung des Immunsystems
• Schädigung von Herz, Gehirn und Leber und Nieren, Organblutungen
• Starker Gewichtsverlust
• Schädigung der Zähne und der Nasenscheidewand
• Hautentzündungen
• Störungen des Monatszyklus bei Frauen
• Depressionen, Angstzustände, Panikattacken
• Schlafstörungen, psychotische Zustände, erhöhtes Suizidrisiko
• Starke Persönlichkeitsveränderungen

Abhängigkeit
Schnell eintretende psychische (d. h. „seelische“) Abhängigkeit

Hinweis
Crystal wirkt wesentlich stärker als gewöhnliches Amphetamin und kann daher schnell zur Überdosierung führen. Beim Konsum von Methamphetamin kommt es schnell zu einer Toleranzentwicklung und erhöhtem „Craving“ (Suchtdruck).

Diese werden meist in „Untergrundlabors“ aus (legalen) pharmazeutischen Grundstoffen hergestellt. Die auf dem Reißbrett entworfene und errechnete Droge bekommt durch oft nur minimale Veränderung ihrer Molekularstruktur sehr schnell ein neues „Design“, so dass das Betäubungsmittelgesetz immer wieder umgangen werden kann. Risiko bei Designerdrogen ist, dass diese weder in der Dosierung noch in ihrer Wirkung erprobt sind. Die Konsumenten werden somit zu „Versuchskaninchen“.
Drogen sind Stoffe, die auf das Nervensystem wirken und das Erleben und Verhalten beeinflussen. Sie unterscheiden sich in ihrer Wirkung (Dauer und Intensität des Rauschzustandes, mögliche Folgeschäden) sowie dadurch, dass ihr Besitz entweder erlaubt (legale Drogen) oder strafbar (illegale Drogen) ist.

Unter dem Einfluss von Drogen kann es zu unterschiedlichem Verhalten kommen. Einige machen den Menschen friedfertiger, bei anderen kann es zu Aggressionshandlungen oder depressiven Zuständen kommen.

Nicht immer wird ein Rauschzustand als Glücksgefühl oder positiv erlebt. Oft bewirkt die Einnahme einer Droge lediglich Veränderungen entsprechend der Grundstimmung, in der sich der Mensch vorher befand. So kann die gleiche Droge beim selben Menschen einmal ein enormes Glücksgefühl auslösen und ihn ein anderes Mal in Depression oder Panik stürzen oder erlebte Schwierigkeiten bis ins Unerträgliche steigern.

Übersicht

Cannabis-Produkte
• Marihuana
• Haschisch

Koka-Produkte
• Kokain
• Crack

Opiate
• Opium
• Morphium
• Heroin
• Ersatzstoffe (z. B. Methadon)

Synthetische Drogen
• LSD
• Amphetamin („Speed“)
• Methamphetamin („Crystal“)
• MDMA, MDE u.ä. („Ecstasy“)
• Neue Psychoaktive Substanzen („Legal Highs“)

Die stationäre Drogentherapie stellt eine Entwöhnungsbehandlung dar, die in den meisten Fällen nach vorausgegangener Entgiftung die Drogenabstinenz stabilisieren und zur Beendigung der Substanzabhängigkeit führen soll.

Wer eine Drogentherapie beginnt, entscheidet sich freiwillig für diese. Das heißt, dass die Türen offen sind und jeder, der sich entscheidet zu gehen, kann die Therapie jederzeit beenden.

Die Dauer der Therapie beträgt in der Regel sechs Monate. Meist schließen sich daran noch drei Monate Adaptionsphase an (das heisst, dass man in dieser Zeit zunehmend selbständig werden sollte und sich eine Wohnung, Arbeit und eine Nachsorge für die Zeit nach der Therapie sucht).

Die Drogentherapie beruht auf dem Prinzip der Therapeutischen Gemeinschaft, es leben ca. 25 bis 30 Menschen zusammen unter einem Dach – ähnlich wie in einer Wohngemeinschaft. Jeder muss für einen bestimmten Bereich Verantwortung übernehmen, hat verschiedene Aufgaben zu bewältigen, z. B. Arbeiten in der Küche oder im Garten, Putzdienst, Tiere versorgen etc. (Arbeitstherapie). Es sind bestimmte Regeln zu beachten, wie das auch in einer Wohngemeinschaft der Fall ist. Die wichtigsten Regeln sind absolute Drogenfreiheit – darin ist auch der Alkohol enthalten – und Gewaltfreiheit.

Die eigentliche (Psycho-)Therapie findet überwiegend in Kleingruppen (ca. acht bis zwölf PatientInnen) statt. Die Gruppe dient hierbei als Lern- und Erfahrungsfeld. Dazu können, je nach Therapieeinrichtung, zusätzlich Einzelgespräche stattfinden. Manchmal wird auch die Familie zu einigen Gesprächen eingeladen, was aber vorher mit den PatientInnen besprochen wird.

Neben der Arbeitstherapie und den Gruppengesprächen finden auch noch freizeit- und erlebnispädagogische Aktivitäten statt, wie z. B. Zeltausflüge, Kanufahrten, Klettern etc. Oft gibt es verschiedene (Pflicht-)Sportangebote, wie z. B. Frühsport, Volleyball, Schwimmen, Kraftraum etc.

Es gibt unterschiedlich ausgerichtete Therapieeinrichtungen. So gibt es zum Beispiel Therapieeinrichtungen für Frauen, für Männer, gemischtgeschlechtliche, für Mütter mit Kindern und für verschiedene Altersstufen. Unsere Aufgabe ist es, zusammen mit dem betroffenen Abhängigen die für ihn optimale Therapieeinrichtung zu finden.

Formen
Rein synthetisch hergestellt, die Grundsubstanz hat die chemische Bezeichnung „MDMA“. Ecstasy wird überwiegend in Tabletten- und Kapselform angeboten. Größe, Form und Farben der „E“-Tabletten variieren zwar, in der Regel haben sie aber Ähnlichkeit mit gängigen Tabletten. Oft sind sie weiß oder bunt, meist ist auf der Tablette ein Logo eingeprägt.

Anwendung
Orale Einnahme (wird geschluckt)

Wirkung
• stimulierend, aufputschend
• Kommunikationsbereitschaft wird gefördert
• akustische, visuelle und taktile Sinneswahrnehmungen werden verstärkt (halluzinogene Wirkung)
• „Herzöffner“: Ecstasy wird als „Wir-Droge“ bezeichnet, es kann das Gefühl von „Glück“, „Verliebtsein“, „Warmherzigkeit“ vermitteln, nach dem Motto: „Wir sind alle eine große Familie“
• Warnsignale des Körpers werden unterdrückt: bei körperlichen Belastungen (z. B. bei Techno-Events) kann sich der Körper extrem erhitzen und austrocknen, die Atmungs- und Herzfrequenz kann stark ansteigen.
• Ausschüttung von Serotonin, Folge: nach Abfall der Wirkung können Depressionen auftreten

Langzeitfolgen

Bei Dauerkonsum, vor allem in hohen Dosierungen, Gefahr von:
• Schlaflosigkeit
• Unruhe, Angst
• Psychotische Symptome, Depressionen
• Die Beeinträchtigung des zentralen Nervensystems bzw. des Gehirns und des Serotonin-Stoffwechsels werden befürchtet

Abhängigkeit
Unter Umständen psychische (d. h. „seelische“) Abhängigkeit, keine körperliche Abhängigkeit.

Hinweis
Käufer von Ecstasy können nicht sicher sein, welche Substanzen tatsächlich in der „Pille“ enthalten sind. Untersuchungen zeigten, dass die Zusammensetzungen oft einen gefährlichen Mix enthalten.

Bestimmte Drogen – meistens Cannabisprodukte – werden gerne als „Einstiegsdroge“ bezeichnet. Diese Behauptung ist falsch.

Der Begriff „Einstiegsdroge“ würde bedeuten, dass der Konsum einer bestimmten Droge zwangsläufig oder zumindest in der Regel den Konsum von anderen Drogen nach sich zieht. In der Realität ist dies nicht der Fall.

Sicherlich ist es richtig, dass bei vielen Heroinabhängigen zuerst Haschisch als illegale Droge (meist nach dem legalen Tabak- und Alkoholkonsum) genommen wurde. Der Umkehrschluss – jeder Haschischraucher konsumiert irgendwann Heroin – ist jedoch absolut unzulässig, da z. B. die Mehrzahl der Cannabiskonsumenten später kein Heroin konsumieren.

In der Öffentlichkeit wird als Einstiegsdroge meistens die am leichtesten erhältliche (bei uns Tabak und Alkohol) oder aber die am einfachsten beschaffbare gesellschaftlich nicht tolerierte Droge (bei uns Haschisch und Ecstasy) gesehen.

Unter „Entgiftung“, auch als „körperlicher Entgiftung“ oder „körperliche Entzug“ bezeichnet, wird das Absetzen oder schrittweise auf Null reduzieren einer Droge (wie z. B. Heroin, Methadon, Alkohol) verstanden.

Jeder körperliche Entzug ist immer ein gesundheitlich riskanter Zustand, der im Extremfall einen tödlichen Ausgang haben kann. Deshalb sollte eine Entgiftung im stationären Rahmen erfolgen (auf speziellen Entzugsstationen in Kliniken).

In der Regel wird auf den Entzugsstationen ein sog. warmer Entzug durchgeführt, d. h. um Entzugssymptome zu reduzieren bzw. zu verhindern werden Drogen-Ersatzstoffe (Methadon, Subutex) in ausschleichender Dosierung gegeben. Vereinzelt und heute selten wird in einigen Kliniken ein sog. kalter Entzug praktiziert. Hier wird versucht, mit Hilfe von alternativen Methoden wie Akupunktur, Massagen usf. ohne die Gabe von Ersatzstoffen die Entzugssymptomatik zu lindern.

Eine stationäre Entgiftung dauert durchschnittlich zwischen zwei und vier Wochen und ist vor dem Beginn einer Drogentherapie zwingend notwendig.

Wir unterstützen Abhängige dabei, einen stationären Entgiftungsplatz zu finden und kooperieren mit den Entgiftungsstationen unserer Region.

Entzugserscheinungen sind die physischen und psychischen Reaktionen des Körpers auf das Ausbleiben der gewohnten Drogeneinnahme. Die Intensität der Entzugssymptome ist abhängig von der Art der Droge und des Konsums.

Dem Heroinkonsum beispielsweise folgen massive köperliche Entzugserscheinungen („Turkey“), wie z. B. Zittern, Schwitzen, Angstzustände, Pulsfrequenz und Blutdruck sind stark erhöht, Hyperventilation, starke Gliederschmerzen, grippeähnliche Symptome. Entzugserscheinungen führen meist zum erneuten Konsum, da sich durch die Verabreichung von Heroin sofort ein körperlicher Ausgleich einstellt und so eine „normale“ körperliche und psychische Befindlichkeit herstellt.

Mittel, die von Abhängigen anstelle von Drogen (meist Heroin) genommen werden. In der Regel sind dies bestimmte Medikamente, wie z. B. Opiate, Schmerz-, Schlafmittel, Psychopharmaka.

In sogenannten Ersatz- oder Substitutionsprogrammen erhalten Drogenabhängige zurzeit überwiegend Methadon, Polamidon oder Subutex. Diese Präparate werden von Ärzten, die dafür zugelassen sind, verabreicht.

Wer sich genauer über „Substitution“ informieren möchte kann sich hier informieren oder mit uns in Verbindung setzen.

(Amerikanischer) Ausdruck für das unvermutete Wiederkehren von Rauschzustand und -symptomen noch Wochen oder Monate nach Einnahme der Droge, selbst bei zwischenzeitlicher Drogen-Abstinenz.
Formen
Marihuana: getrocknete und geschnittene Blätter und Blüten des Indischen Hanfs.
Haschisch: Harz der Hanfpflanze

Anwendung
Marihuana: wird meist geraucht; seltener als Tee getrunken oder gegessen („Haschischkekse“).
Haschisch: wird meist pur oder vermischt mit Tabak geraucht.

Wirkung
Die Sinneswahrnehmungen – vor allem die optischen und akustischen – werden intensiviert. Es können Halluzinationen auftreten, das Redebedürfnis und die Kontaktfreudigkeit gesteigert sowie das Raum- und Zeitgefühl verändert werden. Die Wirkung ist individuell verschieden, sie kann von der psychischen Stimmung und dem sozialen Umfeld abhängig sein.
Bei Erstkonsum häufig keine Wirkung.

Akute Gefahren

Es können eintreten:
• Verkehrsuntüchtigkeit
• Sinnestäuschungen

Eher selten treten ein:
• erhöhte Risikobereitschaft
• Angst- und Panikzustände
• „Flash back“-Phänomene (nachträgliche Rauschzustände ohne vorherigen Konsum)

Langzeitfolgen

Durch Dauerkonsum können eintreten:
• reduzierter Leistungsbereitschaft, Antriebs- und/oder Lustlosigkeit, motivationslos
• Seelische Entwicklungsstörungen bis hin zur Auslösung von Psychosen und Depressionen
• Durch das Rauchen erhöhtes Risiko von Lungenschäden

Abhängigkeit
Unter Umständen psychische (d. h. „seelische“) Abhängigkeit, bei hartem Konsummuster können beim Absetzen körperliche Symptome wie Schlaflosigkeit, Müdigkeit, Schwitzen auftreten.

Hinweis
Die Zahl derer, die Cannabisprodukte im medizinischen Bereich als hilfreich ansehen, wächst. Die Befürworter sehen Behandlungsmöglichkeiten bei Aids-Kranken (Linderung von Appetitlosigkeit und Auszehrung), Krebspatienten (Linderung der Nebenwirkungen bei einer Chemotherapie) sowie bei Depressionen, spastischen Anfällen und Multipler Sklerose.

Formen
Derivat (d. h. chemische Verbindung, die aus einer anderen entstanden ist) des Morphiums, weißes bis beigebraunes Pulver (kommt in Deutschland so gut wie nie in reiner Form in den Handel).

Anwendung
Heroin wird geschnupft oder intravenös injiziert, seltener geraucht oder inhaliert.

Wirkung
Bei Konsumbeginn entsteht ein Gefühl von Glück, ein absolutes Hochgefühl, die Einflüsse der Umwelt verlieren an Bedeutung. Diese sehr angenehme Wirkung lässt bereits nach kurzer Zeit nach. Ansonsten beruhigende Wirkung. Bei regelmäßigem Heroin-Konsum treten Entzugserscheinungen auf (z. B. Zittern, Schweißausbrüche, Gliederschmerzen, Unruhe, Angstzustände).

Akute Gefahren
• Bei entsprechender Überdosierung droht Lebensgefahr, da durch Atemlähmung und Bewusstlosigkeit unmittelbar der Tod eintreten kann
• Schnell eintretende psychische und körperliche Abhängigkeit

Langzeitfolgen
• Infektionen (wie z. B. Hepatitis, HIV) durch unsterile Konsumpraktiken
• Die eigene Initiative ist oft stark eingeschränkt, im Vordergrund steht der Drang, sich Heroin zu beschaffen
• Die hohen Beschaffungskosten führen meist zu (Beschaffungs-)Kriminalität und Prostitution
• Oft sehr egoistisches und aggressives Verhalten
• Körperlicher Verfall (oft starke Gewichtsverluste, Leberschäden), bedingt vor allem durch unsauberen Stoff

Abhängigkeit
Schwere psychische (d. h. „seelische“) und körperliche Abhängigkeit

Die Frage, wie schnell Heroin abhängig macht, ist in der Fachliteratur umstritten. Für jeden, der Heroin ausprobiert oder gelegentlich konsumiert, besteht ein hohes Risiko, dass ein sog. „kontrollierter Konsum“ oder ein Konsum ohne folgende Abhängigkeit nicht mehr möglich ist.

Hinweis
Ein großes gesundheitliches Risiko entsteht vor allem durch die Mittel, mit denen Heroin gestreckt und verschnitten wird (wie z. B. Waschpulver, Paracetamol, Strychnin). Injektionen mit diesen Stoffen sind unkalkulierbar und können einen tödlichen Ausgang haben.
Die Behauptung, „schnupfen“ mache nicht abhängig, ist falsch. Unabhängig von der Einnahmeform macht Heroin schnell und stark abhängig.
Der Konsum von Heroin im Mix mit Drogen-Ersatzstoffen (wie Methadon), bestimmten Medikamenten und Alkohol ist lebensgefährlich.

Formen
Weißes Pulver, das aus den Blättern des Kokastrauches gewonnen wird.

Anwendung
Kokain wird geschnupft, aber auch intravenös injiziert oder geraucht.

Wirkung
Kokain hat eine aufputschende Wirkung. Kälte-, Hunger-, Durst-, Müdigkeits- und Schmerzgefühle werden betäubt, der Sexualtrieb sowie der Rededrang werden gesteigert. Wer Kokain genommen hat, neigt dazu, sich selbst zu überschätzen und dann z. B. hemmungslos zu reagieren.

Akute Gefahren
• Den euphorischen Gefühlen folgt meist ein jäher Wechsel in Depression, Ruhelosigkeit und Lethargie; durch dieses „runterkommen“ wird ein intensiver Drang nach einem „Kick“ hervorgerufen.
• Atemstörungen

Langzeitfolgen
Es können auftreten:
• Schwere Depressionen, Halluzinationen, Verfolgungswahn, psychotische Erkrankungen
• Appetit- und Schlaflosigkeit führen zu einer Schwächung des Immunsystems
• Körperlicher Verfall, oft bedingt durch starken Gewichtsverlust
• Impotenz

Abhängigkeit
Führt schnell zu extremer psychischer Abhängigkeit, keine körperliche Abhängigkeit.

Hinweis
Das Image von Kokain als „gesellschaftsfähige Droge“ ist eine völlig ungerechtfertigte Verharmlosung, da sehr schnell eine intensive psychische Abhängigkeit entstehen kann.

Reines Kokain ist fast nie im Handel, es wird oft z. B. mit Trauben- oder Milchzucker, Ephedrin oder Speed gestreckt. Eine gesundheitliche Gefahr besteht vor allem durch unbekannte Streckmittel wie z. B. Waschpulver, Tabletten.

Begriffsbestimmung
„Neue psychoaktive Substanzen“ ist ein Sammelbegriff für alle synthetisch hergestellten Substanzen, die nicht in den bereits bestehenden übernationalen Konventionen aufgelistet sind (Convention of Narcotic Drugs, Convention on Psychotropic Substances) und als Rauschmittel in Umlauf gebracht werden.
Unter dem Begriff „Legal Highs“ werden diese Substanzen vorwiegend über das Internet als vermeintlich legale Produkte vermarktet. Sie wurden anfangs als getarnte Produkte angeboten, wie beispielsweise als „Düngerpillen, Wannenreiniger, Badesalze, Farbe oder Kräutermischungen“. Mittlerweile sind sie daneben auch unter der jeweiligen chemischen Substanzbezeichnung zu finden (z.B. MDPV, 25l-NBOMe, 4-MA…).
„Research Chemicals“ ist die Bezeichnung für die Reinform der jeweiligen Substanzen, die in den Legal Highs enthalten sind. Es handelt sich häufig um Stoffe aus der pharmazeutischen bzw. wirtschaftsbiologischen Forschung.

Wirkung und Nebenwirkungen
Legal Highs werden überwiegend als legale Alternative für bereits bestehende illegale Substanzen vermarktet und ähneln daher auch deren Wirkweise (euphorisierend, aufputschend, stimulierend oder auch halluzinogen, bewusstseinsverändernd…).
Da die Zusammensetzung der „Legal Highs“ sich ständig ändert und die einzelnen Stoffe auf der Verpackung nicht ausgewiesen werden, birgt der Konsum dieser Produkte ein sehr hohes gesundheitliches Risiko. Es gibt bisher keine gesicherten Informationen bzw. Daten über die psychoaktive Wirkweise einzelner Produkte. Konsumenten selbst berichten über heftige Entzugssymptome und unberechenbare Nebenwirkungen, wie anhaltende Wahnvorstellungen und Angstzustände oder starke Herz- und Kreislaufbeschwerden. Da sich die Wirkweise durch die ständige chemische Veränderung einzelner Substanzen häufig potenziert, steigt außerdem das Risiko einer Überdosierung bzw. Intoxikation. Es wurden auch schon mehrere Todesfälle mit neuen psychoaktiven Substanzen in Verbindung gebracht.

Rechtliche Situation
Der Name „Legal Highs“ den Eindruck, dass es sich um legale Rauschmittel handelt. Ist im einzelnen Produkt eine Substanz enthalten, die bereits durch das Betäubungsmittelgesetz (BtmG) erfasst ist, greift dieses auch. Da jedoch ständig neue Produkte mit veränderter chemischer Zusammensetzung hergestellt und angeboten werden, verzögert sich die Erfassung im BtmG. Somit sind einige „Legal Highs“ tatsächlich als legal zu betrachten. Da die Inhaltsstoffe beim Kauf jedoch nur selten bekannt gegeben werden und wenn doch, die Angaben nicht immer richtig sind, kann sich der Käufer nicht sicher sein ein legales Produkt zu konsumieren. Bei den „Research Chemicals“ handelt es sich häufig um Substanzen aus der pharmazeutischen Forschung, weshalb anfangs die missbräuchliche Anwendung als ein Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz (AMG) betrachtet wurde. Mit Urteil vom 10.07.2014 hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) jedoch entschieden, dass „Legal Highs“ nicht als Arzneimittel betrachtet werden und somit auch nicht über das entsprechende Gesetz abgedeckt werden.

Hinweis
„Legal Highs“ werden aufgrund ihrer vermeintlichen Legalität und des anonymen, unkomplizierten Zugangs häufig als Ersatz für die verbreiteten illegalen Substanzen (Amphetamin, Cannabis, Ecstasy…) konsumiert und vermarktet. Es wird der Eindruck vermittelt, es handele sich um ungefährliche Rauschmittel. Da jedoch die Inhaltsstoffe der einzelnen Produkte nicht bekannt und die Nebenwirkungen nicht abzuschätzen sind, macht das den Konsum äußerst gefährlich. Bereits die Verwendung eines Produktes kann Mischkonsum bedeuten. Es traten bereits vermehrt Fälle mit schweren körperlichen und psychischen Folgeschädigungen auf bis hin zu Suizid und Herz-Kreislaufversagen.

Formen
LSD (chemisch gewonnenes Lysergsäure-Diätylamid) wird entweder in Tablettenform auf den Markt gebracht oder in Flüssigkeiten gelöst und dann auf Löschpapier, Zucker oder anderen Trägersubstanzen gebracht.

Anwendung
Es wird geschluckt

Wirkung
Die Wirkung ist mit Haschisch vergleichbar, jedoch tausendfach intensiver. Es führt zu starken Halluzinationen, das Raum- und Zeitgefühl werden gestört. Die Wirkung ist abhängig von der psychischen Stimmungslage, die sie verstärkt. Stimmungswechsel zwischen euphorisch und depressiv können auftreten.

Akute Gefahren
• Panikartige Zustände, Verfolgunswahn bis hin zu Todesangst („Horror-Trips“)
• Körperliche Beschwerden wie Schwindel, Gehstörungen, Schweißausbrüche, Kälteschauer u. a.
• „Flash back“-Phänomene (nachträgliche Rauschzustände ohne vorherigen Konsum)

Langzeitfolgen
Bei Menschen, die eine Veranlagung dafür haben, können Psychosen ausgelöst werden (psychische Erkrankungen, die in der Regel eine längere stationäre und medikamentöse Behandlung erfordern).

Abhängigkeit
Unter Umständen psychische Abhängigkeit, keine körperliche Abhängigkeit

Hinweis
„Flash back“-Phänomene können noch nach Wochen oder Monaten auftreten.

Formen
Marihuana: getrocknete und geschnittene Blätter und Blüten des Indischen Hanfs.
Haschisch: Harz der Hanfpflanze

Anwendung
Marihuana: wird meist geraucht; seltener als Tee getrunken oder gegessen („Haschischkekse“).
Haschisch: wird meist pur oder vermischt mit Tabak geraucht.

Wirkung
Die Sinneswahrnehmungen – vor allem die optischen und akustischen – werden intensiviert. Es können Halluzinationen auftreten, das Redebedürfnis und die Kontaktfreudigkeit gesteigert sowie das Raum- und Zeitgefühl verändert werden. Die Wirkung ist individuell verschieden, sie kann von der psychischen Stimmung und dem sozialen Umfeld abhängig sein.
Bei Erstkonsum häufig keine Wirkung.

Akute Gefahren

Es können eintreten:
• Verkehrsuntüchtigkeit
• Sinnestäuschungen

Eher selten treten ein:
• erhöhte Risikobereitschaft
• Angst- und Panikzustände
• „Flash back“-Phänomene (nachträgliche Rauschzustände ohne vorherigen Konsum)

Langzeitfolgen

Durch Dauerkonsum können eintreten:
• reduzierter Leistungsbereitschaft, Antriebs- und/oder Lustlosigkeit, motivationslos
• Seelische Entwicklungsstörungen bis hin zur Auslösung von Psychosen und Depressionen
• Durch das Rauchen erhöhtes Risiko von Lungenschäden

Abhängigkeit
Unter Umständen psychische (d. h. „seelische“) Abhängigkeit, bei hartem Konsummuster können beim Absetzen körperliche Symptome wie Schlaflosigkeit, Müdigkeit, Schwitzen auftreten.

Hinweis
Die Zahl derer, die Cannabisprodukte im medizinischen Bereich als hilfreich ansehen, wächst. Die Befürworter sehen Behandlungsmöglichkeiten bei Aids-Kranken (Linderung von Appetitlosigkeit und Auszehrung), Krebspatienten (Linderung der Nebenwirkungen bei einer Chemotherapie) sowie bei Depressionen, spastischen Anfällen und Multipler Sklerose.

Mittel, die von Abhängigen anstelle von Drogen (meist Heroin) genommen werden. In der Regel sind dies bestimmte Medikamente, wie z. B. Opiate, Schmerz-, Schlafmittel, Psychopharmaka. In sogenannten Ersatz- oder Substitutionsprogrammen erhalten Drogenabhängige zurzeit überwiegend Methadon, Polamidon oder Subutex. Diese Präparate werden von Ärzten, die dafür zugelassen sind, verabreicht.

Wer sich genauer über „Substitution“ informieren möchte kann sich hier informieren oder mit uns in Verbindung setzen.

Formen
Methamphetamin bzw. Crystal ist ein synthetisch hergestelltes Psychostimulans auf Amphetamin-Basis. Meist ist es wie Amphetamin als weißes, kristallartiges Pulver erhältlich, teilweise aber auch in Form von Kapseln. Weitere Bezeichnungen sind beispielsweise Crystal-Meth, Crystal-Speed, Ice, Glass oder Pervitin.

Anwendung
Crystal kann geschnupft, geraucht, gespritzt und geschluckt werden.

Wirkung
• Aufputschend und euphorisierend, enthemmend und luststeigernd
• Übersteigertes Selbstbewusstsein, erhöhte Kontaktbereitschaft
• Erhöhte Risikobereitschaft, Größenwahn
• Unterdrückung von Hunger, Durst, Müdigkeit und Schmerzempfinden
• Rededrang, Bewegungsdrang, Zähneknirschen
• Erhöhte Körpertemperatur, Puls und Blutdruck, Schwitzen

Akute Gefahren
Erhöhtes Wirkpotential im Vergleich zu herkömmlichen Amphetamin. Somit erhöhte Gefahr der Überdosierung und erhöhtes Abhängigkeitspotential. Durch schnelle körperliche Gewöhnung kommt es schnell zur Dosiserhöhung.

Langzeitfolgen
• Kreislaufstörungen, Schwächung des Immunsystems
• Schädigung von Herz, Gehirn und Leber und Nieren, Organblutungen
• Starker Gewichtsverlust
• Schädigung der Zähne und der Nasenscheidewand
• Hautentzündungen
• Störungen des Monatszyklus bei Frauen
• Depressionen, Angstzustände, Panikattacken
• Schlafstörungen, psychotische Zustände, erhöhtes Suizidrisiko
• Starke Persönlichkeitsveränderungen

Abhängigkeit
Schnell eintretende psychische (d. h. „seelische“) Abhängigkeit

Hinweis
Crystal wirkt wesentlich stärker als gewöhnliches Amphetamin und kann daher schnell zur Überdosierung führen. Beim Konsum von Methamphetamin kommt es schnell zu einer Toleranzentwicklung und erhöhtem „Craving“ (Suchtdruck).

Begriffsbestimmung
„Neue psychoaktive Substanzen“ ist ein Sammelbegriff für alle synthetisch hergestellten Substanzen, die nicht in den bereits bestehenden übernationalen Konventionen aufgelistet sind (Convention of Narcotic Drugs, Convention on Psychotropic Substances) und als Rauschmittel in Umlauf gebracht werden.
Unter dem Begriff „Legal Highs“ werden diese Substanzen vorwiegend über das Internet als vermeintlich legale Produkte vermarktet. Sie wurden anfangs als getarnte Produkte angeboten, wie beispielsweise als „Düngerpillen, Wannenreiniger, Badesalze, Farbe oder Kräutermischungen“. Mittlerweile sind sie daneben auch unter der jeweiligen chemischen Substanzbezeichnung zu finden (z.B. MDPV, 25l-NBOMe, 4-MA…).
„Research Chemicals“ ist die Bezeichnung für die Reinform der jeweiligen Substanzen, die in den Legal Highs enthalten sind. Es handelt sich häufig um Stoffe aus der pharmazeutischen bzw. wirtschaftsbiologischen Forschung.

Wirkung und Nebenwirkungen
Legal Highs werden überwiegend als legale Alternative für bereits bestehende illegale Substanzen vermarktet und ähneln daher auch deren Wirkweise (euphorisierend, aufputschend, stimulierend oder auch halluzinogen, bewusstseinsverändernd…).
Da die Zusammensetzung der „Legal Highs“ sich ständig ändert und die einzelnen Stoffe auf der Verpackung nicht ausgewiesen werden, birgt der Konsum dieser Produkte ein sehr hohes gesundheitliches Risiko. Es gibt bisher keine gesicherten Informationen bzw. Daten über die psychoaktive Wirkweise einzelner Produkte. Konsumenten selbst berichten über heftige Entzugssymptome und unberechenbare Nebenwirkungen, wie anhaltende Wahnvorstellungen und Angstzustände oder starke Herz- und Kreislaufbeschwerden. Da sich die Wirkweise durch die ständige chemische Veränderung einzelner Substanzen häufig potenziert, steigt außerdem das Risiko einer Überdosierung bzw. Intoxikation. Es wurden auch schon mehrere Todesfälle mit neuen psychoaktiven Substanzen in Verbindung gebracht.

Rechtliche Situation
Der Name „Legal Highs“ den Eindruck, dass es sich um legale Rauschmittel handelt. Ist im einzelnen Produkt eine Substanz enthalten, die bereits durch das Betäubungsmittelgesetz (BtmG) erfasst ist, greift dieses auch. Da jedoch ständig neue Produkte mit veränderter chemischer Zusammensetzung hergestellt und angeboten werden, verzögert sich die Erfassung im BtmG. Somit sind einige „Legal Highs“ tatsächlich als legal zu betrachten. Da die Inhaltsstoffe beim Kauf jedoch nur selten bekannt gegeben werden und wenn doch, die Angaben nicht immer richtig sind, kann sich der Käufer nicht sicher sein ein legales Produkt zu konsumieren. Bei den „Research Chemicals“ handelt es sich häufig um Substanzen aus der pharmazeutischen Forschung, weshalb anfangs die missbräuchliche Anwendung als ein Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz (AMG) betrachtet wurde. Mit Urteil vom 10.07.2014 hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) jedoch entschieden, dass „Legal Highs“ nicht als Arzneimittel betrachtet werden und somit auch nicht über das entsprechende Gesetz abgedeckt werden.

Hinweis
„Legal Highs“ werden aufgrund ihrer vermeintlichen Legalität und des anonymen, unkomplizierten Zugangs häufig als Ersatz für die verbreiteten illegalen Substanzen (Amphetamin, Cannabis, Ecstasy…) konsumiert und vermarktet. Es wird der Eindruck vermittelt, es handele sich um ungefährliche Rauschmittel. Da jedoch die Inhaltsstoffe der einzelnen Produkte nicht bekannt und die Nebenwirkungen nicht abzuschätzen sind, macht das den Konsum äußerst gefährlich. Bereits die Verwendung eines Produktes kann Mischkonsum bedeuten. Es traten bereits vermehrt Fälle mit schweren körperlichen und psychischen Folgeschädigungen auf bis hin zu Suizid und Herz-Kreislaufversagen.

Bezeichnung für morphinähnliche Stoffe. Das sind halb- oder vollsynthetisch hergestellte Substanzen, die als stark schmerzstillende Mittel wirken. Sie können oral geschluckt, aber auch intravenös verabreicht werden. Manche Substanzen werden auch geraucht oder geschnupft.

Opiate und Opioide
• Opium
• Morphium
• Heroin
• Ersatzstoffe (z. B. Methadon, Subutex)
• Diverse Schmerzmittel (z.B. Tilidin, Fentanyl, Codein)

Akute Gefahren

• Bei entsprechender Überdosierung droht Lebensgefahr, da durch Atemlähmung und Bewusstlosigkeit unmittelbar der Tod eintreten kann
• Schnell eintretende psychische und körperliche Abhängigkeit

Gemeint sind Pilze, die als Wirkstoff Psilocybin und Psilocin enthalten, bekannt auch unter den Namen „Zauberpilze“, „psychedelische Pilze“, „Magic Mushrooms“ oder „Psilos“.

Seit einigen Jahren sind Pilze (und andere Bio-Drogen) bei Jugendlichen in, es gibt z. B. viele Internetangebote holländischer Firmen.

Die genannten psychotropen Inhaltsstoffe Psilocin und Psilocybin wirken ähnlich wie LSD als Halluzinogene, das heisst die optischen und akustischen Wahrnehmungen werden stark intensiviert und oft auch völlig verfremdet.

Die Einnahme von psychoaktiven Pilzen erzeugt keine körperliche Abhängigkeit, regelmäßiger Konsum kann jedoch zu einer psychischen Abhängigkeit führen.

Als Nebenwirkungen beim Konsum können Atembeschwerden, Herzrasen, Veränderung von Puls und Blutdruck, Erhöhung der Körpertemperatur (Schweißausbrüche), Gleichgewichtsstörungen, verändertes Raum-Zeit-Empfinden auftreten. Im Einzelfall sind panische Reaktionen, Angst- und Wahnvorstellungen möglich (u. a. bei psychisch labilen Personen, aber auch bei jungen oder unerfahrenen Konsumenten). Akute Panikzustände während der Wirkungszeit des Psilocybins stellen das statistische Hauptrisiko dieser Pilze dar.

Hinweis
Vorsicht: Von einem Mischkonsum dieser Pilze mit Ecstasy und Speed ist dringendst abzuraten, da dies zum unkalkulierbaren Risiko werden kann.

Formen
Leicht zugängliche und billige industrielle Lösungsmittel mit unterschiedlicher chemischer Struktur. Flüchtige, flüssige oder gasförmige Substanzen, z. B. Toluol, Isobutyl, Nitro ( z. B. in Klebstoffen und Verdünnungsmitteln), Butan (Treibgas in Feuerzeugen), Chlorethyl (Wundspray, Lokalanästhetikum), Per- oder Trichlorethylen (in Metall- und Farbreinigern), Benzin, Aceton (Lösungsmittel in Filzstiften, Haarsprays, Lacksprays), Dickstoffoxid („Lachgas“), Amyl-/Butylnitrit („Poppers“).

Anwendung
Meist werden Schnüffelstoffe auf ein Taschentuch geträufelt oder in eine Tüte gefüllt, vor Mund oder Nase gehalten und dann inhaliert.

Wirkung
Durch das Einatmen gelangen die Stoffe sehr schnell in die Blutbahn, und ein kurzer Rausch tritt bereits nach Sekunden ein. Bei wiederholtem Konsum kann dieser stundenlang aufrechterhalten werden. Der Körper zeigt zunächst Abwehrreaktionen in Form von Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen. Danach können Euphorie bei leichter Bewusstseinstrübung, Enthemmung (auch in der Schmerzwahrnehmung), Halluzinationen und akustische und optische Wahrnehmungsveränderungen folgen. Gelegentlich kommt es zu Verwirrtheitszuständen mit Erregungs-, Angst- und Panikreaktionen und zu Krampfanfällen.

Akute Gefahren
• Schnüffelstoffe verzeichnen im Vergleich zu anderen Drogen die höchste Zahl an Todesfällen beim Erstkonsum, da dieser zu Herz- Kreislaufversagen und zum Ausfall des Atemzentrums im Gehirn führen kann und
• durch über den Kopf gezogene Plastiktüten droht Erstickungsgefahr

Langzeitfolgen
• Irreversible Hirnschäden (Nervensystem)
• Organschäden (schwere Leber- und Nierenschäden)
• Verätzungen der Atemwege
• Schädigungen der Nasen- und Lungenschleimhäute
• Starke Persönlichkeitsveränderungen
• Konzentrations- und Leistungsstörungen

Abhängigkeit
Erhebliche psychische (d. h. „seelische“) Abhängigkeit. Keine körperliche Abhängigkeit, aber körperliche Folgeschäden.

Hinweis
Werden Schnüffelstoffe mit Alkohol konsumiert, wird die atemdepressive Wirkung der Schnüffelstoffe verstärkt und es kann zu Atemstillstand kommen.
Beim Kontakt von Schnüffelstoffen mit Augen oder Haut kann es zu Verätzungen kommen.
Werden Schnüffelstoffe direkt aufgenommen, d. h. gespritzt oder geschluckt, kann eine lebensgefährliche Vergiftung die Folge sein.

Mittel, die von Abhängigen anstelle von Drogen (meist Heroin) genommen werden. In der Regel sind dies bestimmte Medikamente, wie z. B. Opiate, Schmerz-, Schlafmittel, Psychopharmaka. In sogenannten Ersatz- oder Substitutionsprogrammen erhalten Drogenabhängige zurzeit überwiegend Methadon, Polamidon oder Subutex. Diese Präparate werden von Ärzten, die dafür zugelassen sind, verabreicht.

Wer sich genauer über „Substitution“ informieren möchte kann sich hier informieren oder mit uns in Verbindung setzen.

Formen
Amphetamin gibt es als weißes, kristallartiges Pulver, als Dragees, Tabletten, Gelatinekapseln oder in Flüssigkeit gelöst und wird aus chemischen Grundstoffen rein synthetisch hergestellt.

Anwendung
Es wird meistens geschnupft, geschluckt oder gespritzt.

Wirkung
Je nach chemischer Zusammensetzung aufputschend („Wachmacher-Droge“ wie Speed), halluzinogen oder euphorisierend.

Akute Gefahren
Die Wirkung ist oft nicht vorhersehbar, da die Zusammensetzung ständig variieren kann. Ansonsten siehe Ecstasy, oft ist die Wirkung potenziert und unberechenbarer.

Langzeitfolgen

Oft treten bei Dauerkonsum auf:
• Anfälligkeiten für Infektionen
• Schädigung von Herz und Gehirn
• extreme Schlafstörungen
• psychotische Zustände
• Realitätsverlust
• Impotenz

Abhängigkeit
Psychische (d. h. „seelische“) Abhängigkeit (oft mit schweren Depressionen), keine körperliche Abhängigkeit.

Hinweis
Amphetamin, in der Drogenszene häufig als „Speed“ bezeichnet, ist in Deutschland neben Haschisch wahrscheinlich das am häufigsten missbrauchte Suchtmittel.

Unter dem Begriff „Synthetische Drogen“ fallen alle Drogen, die nur vollsynthetisch im Labor hergestellt werden können. Dazu zählen unter anderem:

• LSD
• Amphetamine (“Speed”)
• Methamphetamin („Crystal“)
• MDMA, MDE u.ä. (“Ecstasy”)
• Neue Psychoaktive Substanzen (“Legal Highs”)