Jugendberatung

für Jugendliche und junge Erwachsene

• in Problem- und Konfliktsituationen, z. B. in der Schule, mit Eltern, mit Depressionen, Ängsten
• mit einem problematischen Essverhalten
• mit autoaggressivem Verhalten und Selbstverletzungen wie Ritzen u.ä.
• die Probleme mit ihrem Computer-Spielverhalten oder Online-Nutzung haben
• die mit Drogen wie Haschisch, Marihuana, Ecstasy, Speed u. ä. experimentieren oder diese konsumieren
• mit einem problematischen Alkohol- oder Medikamentenkonsum

bieten wir an

• Beratungsgespräche
• regelmäßige therapeutische Gespräche
• Vermittlung zu PsychotherapeutenInnen oder in psychosomatische Kliniken

Wir respektieren den Wunsch nach Anonymität, arbeiten vertraulich und unbürokratisch. Alle MitarbeiterInnen unterliegen der gesetzlichen Schweigepflicht. Einfach vorbeikommen oder anrufen und einen Termin vereinbaren. Beratung auch über Email möglich. Unser Angebot ist kostenfrei.

Fallbeispiele

Um ein genaueres Bild über unsere Arbeit zu geben, haben wir drei Beispiele herausgegriffen.

Nadine, ist vor zwei Monaten 17 Jahre alt geworden. Sie ist im zweiten Ausbildungsjahr. Ihre Eltern lehnen ihren Freund, der arbeitslos ist, massiv ab. Außerdem gibt es andauernd Streit, da sie nach Ansicht ihrer Eltern immer zu spät nach Hause kommt und manchmal an Wochenenden bei ihrem Freund übernachtet.

Ihre Fragen: Kann ich von zu Hause ausziehen? Steht mir das Kindergeld zu, das meine Eltern erhalten; wieviel Unterstützung müssen mir meine Eltern bezahlen, da ich nur ca. 400 EUR monatliche Ausbildungsvergütung erhalte und davon nicht leben kann?

Das Gespräch könnte mit der Beantwortung dieser Fragen beendet sein.

Hinter diesen Fragen steckt natürlich ein Familienkonflikt. Wenn Nadine und ihre Eltern es wünschen, können wir ein Familiengespräch vereinbaren und dadurch eventuell den Konflikt transparent und nutzbar machen.

Vielleicht wird den Beteiligten deutlich, dass eine räumliche Trennung eine günstige Lösung wäre. Nadine könnte dann in eine Jugendwohngemeinschaften einziehen.

Doris, 17, sieht bei einer Freundin, wie diese sich mit einer Rasierklinge in den Arm schneidet. Dies faszinierte sie und sie probierte es selber aus. Sie fühlt sich danach beruhigt und entspannt. Um den inneren Schmerz nicht mehr zu spüren, ritzt sie sich regelmäßig. Sie hört düstere Musik und redet oft über Suizid. Andere Freundinnen machen sich über sie lustig und glauben, dass sie lebensmüde sei.

Einstieg: Eine gute Freundin von Doris, die sich Sorgen macht, nimmt mit uns Kontakt auf und bringt Doris zum ersten Gespräch mit. Doris ist zunächst eher misstrauisch und zurückhaltend, entscheidet sich aber, weitere Gespräche mit uns zu führen.

Menschen mit autoaggressiven Verhalten werden oft als psychisch krank diagnostiziert. Beliebt ist das Krankheitsbild einer Borderline-Störung, welches ein Bündel von Symptomen beschreibt. Den Betroffenen selber ist dabei in der Regel nicht geholfen. Sie erleben sich unverstanden. Allgemein hilft autoaggressives Verhalten den Betroffenen mit emotionalen Anspannungen umzugehen und hat seinen Ursprung oftmals in einem früheren Trauma. Häufig kommen Gefühle wie Angst, Erregung und Wut zum Tragen, die sich zu einem enormen Druck steigern. Viele Betroffene können ihre Gefühle nicht anders ausdrücken als sich selbst zu verletzten.

Auch hier bieten wir vermittelnde Hilfen in Richtung einer geeigneten Psychotherapie sowie regelmäßige Gespräche an, damit Doris lernt, mit ihren Gefühlen konstruktiv umzugehen.

Anke, 20, fühlt sich seit einiger Zeit oft niedergeschlagen und unzufrieden, ihre Arbeit als Arzthelferin macht ihr kaum noch Spaß. Zur Zeit freut sie sich lediglich auf die Wochenenden, die sie regelmäßig in Techno-Diskotheken der näheren und weiteren Umgebung verbringt. Wenn jemand ihr Pillen anbietet, nimmt sie diese, sie glaubt jedoch, dies ganz gut unter Kontrolle zu haben. Mehr Gedanken macht ihr allerdings die Frage, ob sie magersüchtig ist. Außerdem hat sie festgestellt, dass inzwischen ihre Kontakte zu früheren Schulfreundinnen und Bekannten deutlich weniger geworden sind.

Um an ihren Problemen etwas zu verändern, wurden in Einzelgesprächen die psychischen und sozialen Hintergründe herausgearbeitet. Weiter wurde mit Anke versucht herauszufinden, ob ein Zusammenhang zwischen dem Ecstasy-Konsum und ihren depressiven Verstimmungen besteht.

Es kann sich herausstellen, dass bei ihr die Essproblematik eine viel größere Rolle spielt, als anfangs angenommen wurde.

Falls es sich bei Anke um eine ausgeprägte Magersucht handelt, würden wir ihr eine Vermittlung in eine spezielle Klinik für Essstörungen vorschlagen.